Containertarife zwischen Asien und Europa sinken überraschend schnell
Die Containerpreise auf der wichtigen Asien-Europa-Route sind deutlich gesunken. Trotz der Spannungen im Nahen Osten fielen die Preise diese Woche um 9 Prozent. Damit scheinen sich die Auswirkungen der Krise auf diese Handelsroute in Grenzen zu halten.
Dem Weltcontainerindex von Drewry zufolge liegt die Durchschnittsrate für einen 40-Fuß-Container von Shanghai nach Rotterdam jetzt bei rund 2.308 $. Damit setzt sich der Rückgang, der in der vergangenen Woche vorsichtig begann, deutlich fort.
Containerraten bleiben deutlich unter Covid-Niveau
Der jüngste Höchststand von 2.552 USD Ende März wird von den extremen Raten während der Corona-Pandemie in den Schatten gestellt. Damals stiegen die Preise auf bis zu 15.000 USD pro Container, mit Spitzenwerten in Richtung 20.000 USD.
Dieser Unterschied zeigt, dass der aktuelle Markt trotz der geopolitischen Spannungen viel stabiler ist. Die Containerpreise bewegen sich zwar, bleiben aber in einem überschaubaren Rahmen.
Ein wichtiger Grund dafür ist die verfügbare Kapazität. Die Reedereien haben in den letzten Jahren stark in neue Schiffe investiert, während alte Schiffe seltener ausgemustert werden.
Wussten Sie das schon?
Die Containerpreise hängen stark von der Nachfrage und der verfügbaren Schiffskapazität ab, so dass Überkapazitäten die Preise schnell drücken können.
Containerraten durch Überkapazitäten unter Druck
Der Rückgang der Containerraten ist eng mit der derzeitigen Überkapazität auf dem Markt verbunden. Die Reedereien nutzen kaum Leerfahrten, bei denen Fahrten gestrichen werden, um Kapazitäten abzubauen. Für die kommende Woche ist nur eine einzige Fahrt auf der Asien-Europa-Route angekündigt worden.
Darüber hinaus scheint sich die Überlastung aufgrund der Krise im Nahen Osten in Grenzen zu halten. Obwohl die Containerschiffe immer noch im Persischen Golf festsitzen, verkehrt der größte Teil der Flotte weiterhin wie gewohnt.
Die Störungen sind hauptsächlich regionaler Natur und haben keine globalen Auswirkungen auf die Verkehrsströme. Dies trägt dazu bei, die Containerraten unter Kontrolle zu halten.
Unterschiedliche Containerraten je nach Route
Auf anderen Routen ergibt sich ein anderes Bild. So gehen die Raten in Richtung Mittelmeer leicht zurück, während sie auf der transpazifischen Route (Asien-Amerika) ansteigen. Auch auf der transatlantischen Route, z. B. Rotterdam-New York, sind die Raten erheblich gestiegen.
Diese Unterschiede zeigen, dass der Markt stark von regionalen Faktoren wie Kapazität und Nachfrage abhängig ist. Auf der transatlantischen Strecke wurde beispielsweise die Kapazität reduziert, was unmittelbar zu höheren Preisen führt.
Für die Unternehmen bedeutet dies, dass die Wahl der richtigen Route und des richtigen Zeitpunkts weiterhin entscheidend ist. Weitere Informationen über internationale Transporte und Tarife finden Sie auf der Seite Seefracht.
Es wird erwartet, dass die Containerpreise vorerst weiter schwanken werden, allerdings ohne extreme Ausreißer. Der Markt scheint sich schneller auf Störungen einzustellen als in früheren Krisen.
