Binnenterminals fordern rasche Maßnahmen gegen Staus

Geschrieben von Hetty Hof van Munster | Jun 3, 2026 7:08:37 AM

Inlandterminals in den Niederlanden sehen sich einem weiter zunehmenden Druck auf die Binnenschifffahrt ausgesetzt. Laut Michel van Dijk, Logistikdirektor bei Van Berkel Logistics und Vorsitzender des Branchenverbands VITO, sorgen Staus in Rotterdam und eine wachsende Nachfrage nach Binnenschifffahrt für immer größere Probleme beim Containertransport ins Hinterland.

Immer mehr Verlader und Spediteure wollen vom Straßentransport auf die Binnenschifffahrt umsteigen. Die Einführung der Lkw-Maut spielt dabei eine wichtige Rolle. Gleichzeitig sorgen Staus, Instandhaltungsarbeiten an der Infrastruktur und steigende Kosten dafür, dass Unternehmen nach Alternativen zum Straßentransport suchen.

Binnenterminals kämpfen mit langen Wartezeiten

Laut Van Dijk können Binnenterminals die steigende Nachfrage aufgrund von Kapazitätsproblemen und den langen Wartezeiten für Binnenschiffe in Rotterdam oft kaum bewältigen. Lastkähne warten regelmäßig stunden- oder sogar tagelang an Seeterminals, wodurch viel Produktivität verloren geht.

Das Problem der Überlastung besteht schon seit längerer Zeit, doch eine strukturelle Lösung lässt seiner Meinung nach auf sich warten. Ein wesentliches Problem ist, dass viele verschiedene Akteure am Containertransport zwischen Hafen und Hinterland beteiligt sind, während sich niemand vollständig für die gesamte Kette verantwortlich fühlt.

Reedereien, Verlader, Spediteure, Binnenschifffahrtsunternehmen und Straßentransporteure haben alle ihre eigenen Interessen. Sobald es irgendwo in der Logistikkette zu einer Verzögerung kommt, hat dies unmittelbare Auswirkungen auf andere Glieder im System.

Binnenterminals suchen Lösungen durch Datenaustausch

Um die Überlastung besser in den Griff zu bekommen, arbeitet Van Berkel gemeinsam mit Contargo und der ITG Terminal Groep am Projekt „Connected Trade Network“. Im Rahmen dieser Initiative werden Containerdaten über einen gemeinsamen Standard für das logistische Hinterland ausgetauscht.

Das Ziel besteht nicht darin, mehr Daten hinzuzufügen, sondern vielmehr darin, mit den vorhandenen Informationen intelligenter umzugehen. Laut Van Dijk ist die digitale Identität von Containern in den letzten Jahren nämlich immer komplexer geworden. Neben Daten zu Ladung und Bestimmungsort werden auch Sicherheitsinformationen, Gewichte, Statusaktualisierungen und CO2-Berichte in Containersysteme aufgenommen.

Dadurch wird die Planung des Containertransports immer komplizierter.

Inlandterminals verzeichnen einen Anstieg bei Eilcontainern

Laut Van Dijk führt die Verzögerung auch zu einer steigenden Zahl von Eilcontainern. Wenn Lastkähne Container nicht rechtzeitig ausliefern können, wird dennoch auf den Straßentransport zurückgegriffen, um hohe Detention- und Demurrage-Kosten zu vermeiden.

Bei Van Berkel springen die Mitarbeiter daher regelmäßig selbst ein, um Container doch noch rechtzeitig abzufahren. Van Dijk hat im vergangenen Jahr sogar seinen Lkw-Führerschein gemacht, um in Notfällen Container selbst abzuholen oder abzuliefern.

Seiner Meinung nach steht die Binnenschifffahrt im derzeitigen System noch zu oft ganz unten auf der Prioritätenliste der Terminals. Gleichzeitig wächst der Druck seitens der Kunden, die auf zuverlässige Lieferzeiten und transparente Kommunikation über Verzögerungen und zusätzliche Kosten zählen.

Wusstest du dass…

…die Lkw-Maut voraussichtlich zu einer zusätzlichen Nachfrage nach Binnenschifffahrt und intermodalen Transporten führen wird, da der Straßentransport teurer wird?

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