Container fahren immer häufiger leer zurück nach Asien

Geschrieben von Hetty Hof van Munster | Jun 2, 2026 12:06:25 PM

Weltweit werden Container immer häufiger leer transportiert. Laut einer neuen Analyse des dänischen Forschungsinstituts Sea-Intelligence sind mittlerweile etwa 30 Prozent aller Container auf Containerschiffen leer. Das bedeutet, dass fast jeder dritte Container ohne Ladung über das Meer transportiert wird.

Vor der Corona-Pandemie lag dieser Anteil noch bei rund 24 Prozent. Der Anstieg zeigt, wie unausgewogen die weltweiten Handelsströme mittlerweile geworden sind. Vor allem auf den Routen zwischen Europa und Asien entsteht ein enormes Ungleichgewicht, da viele Container voll aus China abfahren, aber leer in Richtung der asiatischen Exportländer zurückkehren.

Container müssen schnell zurück nach China

Laut Sea-Intelligence dreht sich im Containerlinienverkehr zunehmend alles um die schnelle Rückführung leerer Container. Reedereien wollen Container so schnell wie möglich in Regionen zurückbringen, in denen die Exportnachfrage am größten ist, insbesondere nach China und in andere asiatische Produktionsländer.

Dies führt zu auffälligen Preisunterschieden zwischen den verschiedenen Fahrstrecken. Auf der Route Shanghai–Rotterdam steigen die Containerraten derzeit aufgrund der frühen Hochsaison und der hohen Nachfrage nach Kapazitäten stark an. Gleichzeitig bleiben die Raten auf der Rückroute Rotterdam–Shanghai auffallend niedrig.

Laut dem Drewry World Container Index kostete ein 40-Fuß-Container von Shanghai nach Rotterdam in der vergangenen Woche durchschnittlich 2.861 Dollar. Marktführer MSC kündigte sogar bereits Tarife von 6.000 Dollar pro Container ab Mitte Juni an. Auf der Gegenstrecke von Rotterdam nach Shanghai blieb der Tarif bei rund 651 Dollar stehen.

Container zeigen Abhängigkeit von asiatischen Importen

Während der Corona-Pandemie stieg der Warenfluss von Asien nach Europa und Nordamerika explosionsartig an. Gleichzeitig entstand in Europa die Diskussion über die Verringerung der Abhängigkeit von China. In der Praxis erweist sich diese Abhängigkeit vorerst jedoch noch als groß.

Auch jetzt steigt die Zahl der Container aus Asien nach Europa wieder stark an. Die Europäische Union kündigte kürzlich Maßnahmen gegen den wachsenden Warenstrom aus China an, doch deren letztendliche Auswirkungen bleiben ungewiss. China hat unterdessen bereits vor möglichen Gegenmaßnahmen gewarnt, sollte Europa weitere protektionistische Schritte unternehmen.

Für Unternehmen, die in der internationalen Logistik tätig sind, bleibt Flexibilität daher unerlässlich. Weitere Informationen zu Containerströmen und internationalen Seetransporten finden Sie auf der Seite über Containerabfertigung und Seefracht.

Container kommen doch etwas häufiger pünktlich an

Sea-Intelligence stellt gleichzeitig eine leichte Verbesserung der Zuverlässigkeit der Fahrpläne fest. Im April fuhren laut dem Forschungsinstitut 62,4 Prozent der Containerschiffe pünktlich. Das ist der bisher höchste Wert in diesem Jahr und besser als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Während der Corona-Pandemie sank die Pünktlichkeit im Containerverkehr noch auf ein historisches Tief. Anfang 2022 kam nur jedes dritte Schiff planmäßig an. Danach verbesserte sich die Situation allmählich, auch wenn geopolitische Spannungen und Störungen weltweit weiterhin für schwankende Leistungen sorgen.

Die Gemini-Allianz von Maersk und Hapag-Lloyd versucht, die Zuverlässigkeit durch vereinfachte Fahrpläne und weniger Hafenaufenthalte weiter zu steigern. Laut Sea-Intelligence erreichte Gemini im April eine Pünktlichkeit von 85 Prozent, womit das zuvor erklärte Ziel von mehr als 90 Prozent jedoch außer Reichweite blieb.

Wusstest du, dass…

…leere Container für Reedereien einen großen Kostenfaktor darstellen, aber gleichzeitig notwendig sind, um Exportmärkte in Asien schnell mit ausreichend Ausrüstung zu versorgen?

Möchten Sie unseren Newsletter erhalten?

Bleiben Sie auf dem Laufenden über Containervolumen, Terminalkapazitäten und die Entwicklungen in der Binnenschifffahrt und Seefracht. Melden Sie sich jetzt an: