Im Jahr 2025 gingen deutlich mehr Container über Bord als im Jahr zuvor. Weltweit landeten 1.478 Container im Meer, bei einer Gesamtzahl von etwa 280 Millionen transportierten Containern.
Dies geht aus dem jährlichen „Containers Lost at Sea Report“ des World Shipping Council hervor. Trotz des Anstiegs bleibt der Anteil der verlorenen Container sehr gering. Er beträgt etwa 0,0005 Prozent der Gesamtzahl der weltweit transportierten Container.
Im Jahr 2024 gingen laut dem World Shipping Council noch 576 Container über Bord. Im Jahr 2025 stieg diese Zahl auf 1.478 Container. Dieser Anstieg ist dem Bericht zufolge vor allem auf einige wenige, aber schwerwiegende Vorfälle zurückzuführen.
Ein einziger Vorfall war für den Verlust von 640 Containern verantwortlich. Damit machte dieser eine Vorfall etwa 43 Prozent aller Container aus, die im Jahr 2025 ins Meer gelangten. Der Bericht zeigt damit, dass die jährliche Gesamtzahl stark von einer begrenzten Anzahl großer Ereignisse beeinflusst werden kann.
Für Verlader, Reedereien und Spediteure sind solche Zahlen von Bedeutung. Verlorene Container können zu Verzögerungen, zusätzlichem Dokumentationsaufwand, Versicherungsfragen und Planungsstörungen führen. Weitere Informationen zu internationalen Containerströmen finden Sie auf den Seiten zu Dienstleistungen, Containern und Import.
Der World Shipping Council nennt schwierige Wetter- und Fahrbedingungen als wesentliche Ursache. Vor allem der Nordatlantik und der Nordpazifik werden als Gebiete genannt, in denen Schiffe im Jahr 2025 mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen hatten.
Auch brandbedingte Vorfälle spielten eine Rolle. Brände an Bord von Containerschiffen stellen nach wie vor ein ernstes Risiko dar, insbesondere wenn die Ladung falsch angegeben oder Gefahrengüter nicht korrekt deklariert werden. Daher wächst das Augenmerk auf bessere Kontrollen, Verpackung und Dokumentation.
Für die Logistikkette bedeutet dies, dass Sicherheit nicht erst auf See beginnt. Korrekte Frachtinformationen, klare Dokumentation und eine gute Abstimmung zwischen Verlader, Spediteur und Reederei sind unerlässlich. Wer international verschifft, sieht sich mit Vorschriften, Risiken und Kontrollpunkten konfrontiert, die die Zuverlässigkeit des Transports unmittelbar beeinflussen.
Von den 1.478 verlorenen Containern wurden 128 geborgen. Das ist die höchste Zahl seit dem Jahr 2023, als der World Shipping Council damit begann, Daten zur Bergung verlorener Container separat zu erfassen.
Die Bergung von Containern ist komplex. Standort, Wassertiefe, Wetterbedingungen, Ladungsart und Sicherheitsrisiken bestimmen, ob eine Bergung möglich ist. Manche Container sinken schnell, während andere vorübergehend schwimmen bleiben und ein Risiko für die Schifffahrt und die Umwelt darstellen.
Für Unternehmen, die auf Seefracht angewiesen sind, bleibt der Einblick in den Status von Sendungen wichtig. Wenn Container in Zwischenfälle verwickelt werden, kann dies Auswirkungen auf Lieferzeiten, Schadensfälle, Lagerplanung und Kundenkommunikation haben.
Am 1. Januar 2026 traten neue internationale Meldepflichten in Kraft. Aufgrund einer Änderung des Internationalen Übereinkommens zum Schutz des menschlichen Lebens auf See müssen verlorene oder treibende Container gemeldet werden. Auch die Flaggenstaaten müssen der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation die Anzahl der auf See verlorenen Container melden.
Diese Meldepflicht soll für mehr Transparenz und eine bessere Nachverfolgung sorgen. Wenn Container schneller gemeldet werden, können Behörden, Schiffe und Bergungsunternehmen früher reagieren. Das ist wichtig für die Navigationssicherheit, den Umweltschutz und die Zuverlässigkeit internationaler Handelsrouten.
Darüber hinaus verweist der Bericht auf umfassendere Sicherheitsinitiativen. Beispiele hierfür sind das WSC Cargo Safety Program, der überarbeitete CTU-Code, das Top-Tier-Joint-Industry-Projekt und neue Vorschriften für den Transport von Holzkohle im Rahmen des IMDG-Codes. Alle diese Maßnahmen zielen auf ein sichereres Beladen, Verstauen, Befördern und Kontrollieren von Containern ab.
Obwohl die Zahl der verlorenen Container im Jahr 2025 deutlich höher liegt als im Jahr 2024, bleibt der Prozentsatz weltweit sehr gering. Die Branche beförderte etwa 280 Millionen Container, von denen etwa 0,0005 Prozent ins Meer gelangten.
Dennoch zählt jeder Vorfall. Ein über Bord gegangener Container kann zu Ladungsverlust, Umweltschäden, Sicherheitsrisiken und wirtschaftlichen Schäden führen. Für die Logistikbranche ist es daher weiterhin unerlässlich, in eine bessere Ladungssicherung, genaue Meldungen und zuverlässige Betriebsabläufe zu investieren.
Für Unternehmen, die Waren importieren oder exportieren, ist eine gute Vorbereitung unerlässlich. Dazu gehören korrekte Dokumente, klare Vereinbarungen zu Incoterms, Versicherungen, Verpackung und rechtzeitige Kommunikation bei Abweichungen. Weitere praktische Informationen finden Sie auf den Seiten zu export, Incoterms und Konnossement.
…der World Shipping Council seit 2011 über auf See verlorene Container berichtet, wobei die Zahlen bis ins Jahr 2008 zurückreichen? Die neue Meldepflicht soll ab 2026 für noch bessere internationale Daten sorgen.
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