Der Anstieg der Containerraten hält die Containerschifffahrt weiterhin im Griff. Laut dem World Container Index von Drewry sind die Spotraten auf der Route von Asien nach Europa diese Woche erneut gestiegen. Damit scheint ein Ende des aktuellen Anstiegs der Containerraten vorerst noch nicht in Sicht.
Der jüngste Anstieg um 5 Prozent brachte den Durchschnittstarif für einen 40-Fuß-Container zwischen Shanghai und Rotterdam auf 3.768 Dollar. Laut Drewry ist der Anstieg der Containerraten auf eine Kombination verschiedener Faktoren zurückzuführen, darunter geopolitische Spannungen, längere Seewege und ein auffallend früher Beginn der traditionellen Hochsaison.
Normalerweise steigt die Nachfrage nach Containerkapazitäten erst später im Sommer an. In diesem Jahr beobachten Reedereien und Analysten jedoch, dass Importeure ihre Bestellungen früher aufgeben. Die Unsicherheit hinsichtlich der Lage im Nahen Osten und die höheren Treibstoffpreise spielen dabei eine wichtige Rolle.
Zudem sorgen große Rabattaktionen von Webshops und E-Commerce-Plattformen für eine zusätzliche Nachfrage nach Transportkapazität. Importeure wollen ihre Lagerbestände rechtzeitig für die Verkaufsspitzen später in diesem Jahr auffüllen, wodurch verfügbarer Containerraum immer knapper wird.
Dass der Anstieg der Containerraten noch nicht vorbei ist, zeigen auch die neuen Preisankündigungen verschiedener Containerreedereien. Marktführer MSC hat für die erste Julihälfte einen Tarif von 7.500 Dollar pro 40-Fuß-Container auf der Route Asien-Europa angekündigt.
Auch CMA CGM erhöht die Tarife deutlich. Die französische Reederei strebt für denselben Zeitraum 6.300 Dollar pro 40-Fuß-Container an und hat darüber hinaus einen Peak-Season-Zuschlag von 1.000 Dollar pro TEU für den gesamten Monat Juli angekündigt.
Weitere Informationen zu internationalen Containerströmen finden Sie auf den Seiten zu Seefracht und Containerabfertigung.
Nicht nur auf der Route zwischen Asien und Nordeuropa sind steigende Preise zu beobachten. Auch in anderen wichtigen Fahrtgebieten steigen die Tarife weiter an. Laut Drewry liegt der durchschnittliche Tarif zwischen Shanghai und Genua mittlerweile bei 5.139 Dollar pro Container, was einem Anstieg von 1 Prozent entspricht.
Auch auf den transpazifischen Routen stiegen die Tarife. Für einen Container von Shanghai nach Los Angeles werden derzeit durchschnittlich 4.683 Dollar gezahlt, während der Tarif nach New York auf 5.870 Dollar pro Container gestiegen ist. Damit hält der weltweite Anstieg der Containertarife weiter an.
Für Importeure und Exporteure bedeutet der anhaltende Anstieg der Containerraten, dass eine rechtzeitige Planung weiterhin wichtig ist. Die verfügbare Kapazität kann schnell unter Druck geraten, wenn Angebot und Nachfrage weiter aus dem Gleichgewicht geraten. Unternehmen, die von Warenströmen aus Asien abhängig sind, beobachten daher die Entwicklungen auf dem Containermarkt sehr genau.
…der World Container Index von Drewry wöchentlich die Entwicklung der Containerraten auf den wichtigsten Handelsrouten der Welt misst und als wichtiger Indikator für den Containermarkt gilt?