Deutschland verlängert die Aufhebung des sonntäglichen Lkw-Fahrverbots
TOP MAGAZINE · Straßentransport
Mehrere deutsche Bundesländer heben das sonntägliche Lkw-Fahrverbot aufgrund anhaltend niedriger Wasserstände auf. Die Maßnahme gilt mindestens bis Ende Oktober 2026 und soll die Versorgung auf der Straße als Ausgleich für Ausfälle in der Binnenschifffahrt sicherstellen.
Fahrverbot vorübergehend aufgehoben – immer sonntags
Seit 1956 gilt in Deutschland ein Fahrverbot für Lkw an Sonntagen, das eingeführt wurde, um das Verkehrsaufkommen und die Umweltbelastung zu verringern. Normalerweise sind nur Transporte verderblicher Güter davon ausgenommen.
Aufgrund anhaltend niedriger Wasserstände auf großen Flüssen und der Unbefahrbarkeit wichtiger Wasserstraßen dürfen Lkw in zehn Bundesländern vorübergehend auch sonntags fahren. Diese Regelung galt zunächst bis Ende August, wurde dann bis Ende September verlängert und nun bis mindestens Ende Oktober ausgeweitet.
Extrem niedrige Wasserstände verstärken die Bedeutung des Straßengüterverkehrs
Die Entscheidung folgt auf eine ungewöhnlich trockene Saison, in der große Flüsse wie der Rhein bei Köln den niedrigsten Wasserstand seit Beginn der Aufzeichnungen erreichten. Frachtschiffe können daher nicht oder kaum fahren, was die Logistikkette stark unter Druck setzt.
Um die Versorgung von Unternehmen und Geschäften dennoch zu gewährleisten, wurde das Fahrverbot unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Bremen, Hessen und Baden-Württemberg aufgehoben. Auch Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wenden die Lockerung an.
Verkehrsfluss und Auswirkungen auf die Logistik
Laut deutschen Verkehrsinformationen hat die Lockerung im Sommer trotz der zusätzlichen Lkw auf den Straßen nicht zu vermehrten Staus geführt. Dies deutet auf ausreichende Kapazitäten auf dem Hauptstraßennetz hin.
Für Verlader bedeutet diese Situation in den kommenden Wochen ein verändertes logistisches Umfeld: Während sonntags normalerweise kein Transport auf der Straße möglich ist, bietet diese Lockerung Chancen, Lieferungen zu streuen und Engpässe bei der Versorgung durch die Binnenschifffahrt auszugleichen.
Was bedeutet das für Ihre Sendung?
Einschätzung von TOP auf der Grundlage der oben genannten Entwicklung.
Planung
Verlader können nun auch für Sonntag Lieferungen per Lkw in, durch oder innerhalb der genannten deutschen Bundesländer planen. Dies bietet zusätzliche Flexibilität bei der Bewältigung von Lieferrückständen aufgrund ausgefallener Flussschifffahrt.
Kosten
Durch die Fortsetzung des Straßentransports an Sonntagen können dringende Lieferungen mit hoher Priorität auf der Straße erfolgen, allerdings bleiben die Fahrer- und Fahrzeugkosten an Sonn- und Feiertagen in der Regel höher als an Wochentagen.
Zu beachten
Bitte beachten Sie, dass die Lockerung nicht in ganz Deutschland gilt und dass es Ausnahmen in regionalen Vorschriften geben kann. Prüfen Sie im Voraus, in welchem Bundesland Sendungen am Sonntag zulässig sind.
Quellen
Evofenedex — Deutsche Bundesländer lockern Fahrverbot für den Güterverkehr
Camp to Go — Sonntagsfahrverbot für Lkw auch in diesem Monat nicht in Kraft – Camp to Go
Bild: TOP-Archiv, zur Veranschaulichung.
