Hohe Treibstoffpreise treffen vor allem die US-Luftfahrt
Die hohen Treibstoffpreise setzen die Luftfahrtindustrie weltweit unter Druck, aber die US-Fluggesellschaften sind besonders betroffen. Seit dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten haben sich die Paraffinpreise mehr als verdoppelt. Für Fluggesellschaften ohne Hedge-Verträge bedeutet dies einen unmittelbaren und starken Anstieg der Betriebskosten.
Während einige europäische Fluggesellschaften ihre Treibstoffkosten teilweise abgesichert haben, haben viele US-Fluggesellschaften diese Strategie schon vor Jahren aufgegeben. Infolgedessen sind sie nun besonders anfällig für den raschen Anstieg der Treibstoffpreise.
Hohe Treibstoffpreise verdoppeln die Paraffinkosten
Nach Angaben des Luftverkehrsverbandes IATA lag der Preis für Paraffin Ende Februar noch bei 788 USD pro Tonne. Inzwischen ist dieser Preis auf rund 1.559 US-Dollar pro Tonne gestiegen. Dieser rapide Anstieg hat unmittelbare Folgen für die Fluggesellschaften, deren größte Ausgaben plötzlich explodieren.
Für einen großen Akteur wie United Airlines könnte dies zusätzliche Kosten in Höhe von bis zu 11 Milliarden Dollar pro Jahr bedeuten. Solche Beträge zwingen die Fluggesellschaften zu harten Entscheidungen, wie der Streichung von Strecken und der Anpassung ihres Streckennetzes.
Wussten Sie das?
Die Treibstoffkosten machen oft bis zu 30 Prozent der Gesamtkosten einer Fluggesellschaft aus, so dass sich Preissteigerungen direkt auf die Flugpreise auswirken.
Hohe Treibstoffpreise führen zu Engpässen und Zuschlägen
Neben dem Preisanstieg spielen auch regionale Unterschiede eine Rolle. In Asien sind die Paraffinpreise noch höher als in Europa. In einigen Regionen droht sogar eine Verknappung. Der Flughafen von Bangalore beispielsweise hat immer noch begrenzte Vorräte, so dass die Fluggesellschaften gezwungen sind, vorauszuplanen und möglicherweise Flüge zu streichen.
Europäische Fluggesellschaften wie Air France-KLM haben ihre Treibstoffkäufe weitgehend durch Hedge-Kontrakte abgesichert. Dadurch sind sie besser gegen die aktuellen Preissteigerungen geschützt, auch wenn sie nicht völlig immun gegen die Folgen sind.
Für den Luftfrachtsektor bedeutet dies, dass neue Treibstoffzuschläge unvermeidlich sind. Die ersten Zuschläge wurden bereits eingeführt und werden voraussichtlich weiter steigen, solange die hohen Treibstoffpreise anhalten.
Für Verlader und Spediteure bedeutet dies unmittelbar höhere Transportkosten und möglicherweise längere Lieferzeiten. Wie der Luftverkehr funktioniert und welche Alternativen es gibt, erfahren Sie auf der Seite Luftfracht.
Der Druck auf den Luftverkehrssektor wird voraussichtlich anhalten, solange die Lage im Nahen Osten unsicher bleibt. Hohe Treibstoffpreise sind daher ein strukturelles Risiko sowohl für die Personenbeförderung als auch für die Luftfracht.
