container-ship-sea-with-copy-space-heaven-water-sunny-day
Post by May 28, 2026 5:59:59 AM · 2 min read

Geldstrafe für Maersk wegen Detention-Kosten in den USA

Geldstrafen stehen erneut im Mittelpunkt der internationalen Containerschifffahrt. Die Reederei Maersk hat mit der amerikanischen Aufsichtsbehörde FMC einen Vergleich in Höhe von 1,9 Millionen Dollar wegen möglicher Verstöße gegen den US-amerikanischen Shipping Act geschlossen. Der Fall dreht sich um Detention-Gebühren, die laut den Behörden zu Unrecht Dritten in der Logistikkette in Rechnung gestellt worden sein sollen.

Detention-Kosten entstehen, wenn Container später als vertraglich vereinbart zurückgebracht werden. Während der Corona-Pandemie geriet dieses Thema völlig außer Kontrolle. Die Häfen waren überfüllt, die Terminals kamen zum Stillstand und Lkw-Fahrer fuhren manchmal buchstäblich im Kreis, ohne einen Platz zu finden, um leere Container abzuliefern. Unterdessen liefen die Rechnungen einfach weiter. Für viele Unternehmen fühlte sich das so an, als müssten sie für ein Problem bezahlen, auf das sie selbst kaum Einfluss hatten.

Strafe folgt auf Untersuchung der US-Aufsichtsbehörde

Nach Angaben der Federal Maritime Commission hat Maersk einer sogenannten „civil penalty payment“ zugestimmt. Damit räumt die Reederei offiziell keine Schuld ein, doch der Vergleich ist mit Rückzahlungen und Erlass von Forderungen an die betroffenen Parteien verbunden. Außerdem soll Maersk zugesagt haben, diese Vorgehensweise einzustellen und die künftige Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten.

Darüber hinaus will die Reederei die Bedingungen in ihren Frachtbriefen präzisieren. Das klingt administrativ, doch gerade in diesen Dokumenten entstehen oft Diskussionen über Haftung, freie Tage und zusätzliche Kosten. In der Praxis erweisen sich Kleingedrucktes manchmal als millionenschwer.

Die Geldstrafe für Maersk ist niedriger als die frühere Strafe für MSC

Obwohl 1,9 Millionen Dollar nach viel klingen, scheint Maersk relativ glimpflich davonzukommen. Dem Konkurrenten MSC wurde zuvor nämlich eine viel höhere Geldstrafe von über 22 Millionen Dollar auferlegt. Damit zeigt die FMC, dass die US-Behörden härter gegen Containerreedereien vorgehen, die ihrer Meinung nach mit zusätzlichen Zuschlägen zu weit gehen.

Für viele Verlader ist das Thema nach wie vor heikel. Während der Corona-Pandemie verzeichneten Containerreedereien Rekordgewinne, während Importeure, Spediteure und Transportunternehmen mit Verzögerungen, überfüllten Terminals und horrend hohen Tarifen zu kämpfen hatten. In einigen Fällen mussten Unternehmen Tausende von Dollar für Container zahlen, die sie nicht einmal zurückgeben konnten, weil die Terminals schlichtweg keinen Platz mehr hatten.

Geldstrafe zeigt, dass die Regeln rund um die Detention strenger werden

Der Fall Maersk unterstreicht, dass Aufsichtsbehörden weltweit Detention- und Demurrage-Kosten kritischer unter die Lupe nehmen. Vor allem in den Vereinigten Staaten wächst der Druck auf Containerreedereien, transparenter zu arbeiten und Kunden einen besseren Einblick in zusätzliche Zuschläge zu gewähren.

Für Logistikunternehmen bedeutet dies, dass Verträge, Bedingungen und operative Prozesse immer wichtiger werden. Denn letztendlich geht es nicht nur darum, Container zu transportieren, sondern auch darum, wer welche Kosten trägt, sobald die Lieferkette ins Stocken gerät. Und genau dort entsteht meist die Diskussion.

Wusstest du dass…

…„Detention“ sich auf die verspätete Rückgabe von Containern außerhalb des Terminals bezieht. „Demurrage“ hingegen betrifft Container, die zu lange auf dem Terminal stehen bleiben?

Möchtest du unseren Newsletter erhalten?

Bleiben Sie auf dem Laufenden über Containeraufkommen, Terminalkapazitäten und die Entwicklungen in der Binnenschifffahrt und Seefracht. Melden Sie sich jetzt an: