Mehr als 20.000 Güterzüge warten an der westlichen Grenze der Ukraine
TOP MAGAZINE · Schiene
An der Westgrenze der Ukraine steht der Schienengüterverkehr unter starkem Druck: Mehr als 20.700 Waggons warten auf die Grenzüberquerung in Richtung EU. Die ukrainische Eisenbahn greift ein und führt ab November wieder monatliche Kontingente ein.
Zunehmende Überlastung an den Grenzübergängen
Jüngsten Berichten zufolge stehen derzeit mehr als 20.700 Güterwagen vor den westlichen Grenzen der Ukraine still. Nur 837 davon befinden sich tatsächlich an der Grenze; die übrigen Waggons warten noch weiter im Landesinneren auf die Zollabfertigung und den Transit in die Europäische Union.
Der Stau ist auf begrenzte Abfertigungskapazitäten an den Grenzübergängen unter anderem zu Polen, Ungarn, der Slowakei, Rumänien und Moldawien zurückzuführen. Die Situation führt zu erheblichen Verzögerungen im ukrainischen Schienengüterverkehr in Richtung Europa.
Wiedereinführung von Bahnkontingenten als Maßnahme
Um eine weitere Zunahme der Überlastung zu verhindern, hat die ukrainische Eisenbahngesellschaft UZ beschlossen, ab November wieder monatliche Kontingente und Planungsrunden für den grenzüberschreitenden Güterverkehr einzuführen.
Mit dieser Maßnahme soll der Zustrom von Waggons an die Grenze besser reguliert und der bestehende Rückstau unter Kontrolle gehalten werden. Es wird erwartet, dass dadurch der Druck auf die wichtigsten Grenzübergänge etwas nachlässt, auch wenn die genauen Auswirkungen vorerst ungewiss bleiben.
Auswirkungen auf den westwärts gerichteten Schienengüterverkehr
Für Verlader und Logistikdienstleister bedeutet die Überlastung vorerst eine eingeschränkte Zuverlässigkeit und Vorhersehbarkeit beim westwärts gerichteten Schienengüterverkehr aus der Ukraine. Das Ausmaß der aktuellen Warteschlange unterstreicht die strukturellen Kapazitätsengpässe an den Grenzübergängen zur EU.
Die Wiedereinführung von Monatsplanungen und Kontingentierungen bietet eine vorübergehende Lösung, zeigt aber auch, wie prekär der Verkehrsfluss auf dieser Bahnstrecke weiterhin ist. Die Marktteilnehmer müssen dies bei ihrer Frachtabwicklung und ihren Lieferzusagen berücksichtigen.
Was bedeutet das für Ihre Sendung?
Einschätzung von TOP auf der Grundlage der oben genannten Entwicklung.
Planung
Für Verlader ist es weiterhin notwendig, mit unvorhersehbaren Verzögerungen an der Grenze zu rechnen, selbst nach Einführung der monatlichen Kontingente.
Kosten
Lange Wartezeiten können zu höheren Logistikkosten führen, unter anderem durch Leerlaufzeiten und zusätzliche Lagerung in der Ukraine.
Zu beachtender Punkt
Die Kommunikation mit den Spediteuren über den aktuellen Status und die Planung von Sendungen in die EU ist unerlässlich.
Quellen
Flows — Vor der Westgrenze der Ukraine warten 20.718 Waggons
Bild: TOP-Archiv, zur Veranschaulichung.
