Regierung spart bei der Infrastruktur, investiert aber in Bahnstrecken
TOP MAGAZINE · Schiene
Die Regierung hat erhebliche Kürzungen im Infrastrukturhaushalt vorgenommen, investiert jedoch weiterhin in einige Eisenbahnprojekte wie die Strecke Gent–Terneuzen. Gleichzeitig werden viele Straßen- und Wasserstraßenprojekte auf Eis gelegt, während die Lely-Linie erneut verschoben wurde.
Investitionen in den Schienenverkehr entlasten die Branche teilweise
Trotz umfangreicher Einsparungen im Infrastrukturbereich stellt die Regierung unter anderem Mittel für das Eisenbahnprojekt Gent-Terneuzen bereit. Dies ist eine Ausnahme im Rahmen einer umfassenden Neuausrichtung der Mobilitätspolitik. Durch die neue Ausrichtung bleiben die Instandhaltung und die teilweise Erneuerung des Schienennetzes auf dem gleichen Niveau, während viele andere neue Projekte eingestellt werden.
Akteure des Schienenverkehrs zeigen sich erleichtert, dass bestehende Bahnstrecken weitgehend verschont bleiben und Projekte wie Gent-Terneuzen umgesetzt werden. Dies bedeutet, dass der Güterverkehr zwischen den Niederlanden und Belgien über diese Strecke vorerst vor zusätzlichen Hindernissen bewahrt bleibt.
Straßen und Wasserstraßen stehen unter Sparzwang
Im Gegensatz zum Schienenverkehr hat die Regierung bei vielen Straßen- und Wasserstraßenprojekten die „Pause-Taste“ gedrückt. Große Straßenbauprojekte und der Ausbau von Wasserstraßen kommen zum Stillstand, was unmittelbare Auswirkungen auf die gesamten Logistiknetze hat. Die Finanzierung für den Bau und die Sanierung von Straßen wie der A58 und der A20 wird eingeschränkt und verzögert.
Diese Kursänderung bringt laut offiziellen Zahlen jedoch 18 Milliarden Euro ein, die in den kommenden Jahren für die Verwaltung und Instandhaltung der bestehenden Infrastruktur ausgegeben werden. Damit versucht die Regierung, die derzeitige Kapazität zu sichern und Notfälle zu verhindern.
Lelylijn erneut verzögert
Das Eisenbahnprojekt „Lelylijn“ – wichtig für den Güter- und Personenverkehr in Richtung Norden – wird erneut auf die lange Bank geschoben. Trotz früherer politischer Zusagen werden die Investitionen hierfür erneut verschoben.
Diese Verzögerung sorgt bei Verladern und regionalen Behörden für Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Kapazitäten in Richtung Norden der Niederlande und der möglichen Entlastung bestehender Verbindungen.
Was bedeutet das für Ihre Sendung?
Einschätzung von TOP auf der Grundlage der oben genannten Entwicklung.
Planung
Einige Bahnstrecken profitieren von der Fortsetzung der Arbeiten, doch die Verschiebung anderer Projekte erfordert Flexibilität bei der logistischen Planung, insbesondere in Richtung Norden.
Kosten
Durch die Konzentration auf die Instandhaltung können die Kosten für das bestehende Schienennetz stabil bleiben, doch Verzögerungen an anderer Stelle können zu höheren Ausgaben für Umwege oder alternative Logistiklösungen führen.
Zu beachtender Punkt
Verlader tun gut daran, genau zu verfolgen, welche Infrastrukturprojekte noch vorangetrieben werden; neue Ausbauten bleiben vorerst ungewiss.
Quellen
Bild: TOP-Archiv, zur Veranschaulichung.
