Der Iran kündigt eine Sperrzone in der Straße von Hormus an
Der Iran wird in wenigen Tagen eine Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus einrichten. Das erklärte Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates und oberster iranischer Sicherheitsbeamter, am Sonntag gegenüber den iranischen Staatsmedien, wie Nieuwsblad Transport und Business AM am 7. September 2026 berichten. Neben der Zone werden angepasste Schifffahrtskorridore durch die Meerenge eingerichtet.
Laut Business AM erstreckt sich die eingeschränkte Seezone vom Rand der US-Blockade bis in die Gewässer des Persischen Golfs. Jedes Schiff, das in das Gebiet einfährt, wird vom Iran auf eine Sanktionsliste gesetzt. Rezaei erklärte zudem, dass der Iran die Befahrbarkeit der Straße von Hormus erst dann garantiere, wenn die Vereinigten Staaten ihre Angriffe und Drohungen einstellten. Der Tankerverkehr durch die Meerenge ist inzwischen auf den niedrigsten Stand seit Mai gesunken.
Sanktionsliste als Druckmittel
Die Ankündigung fügt dem ohnehin schon komplexen Risikobild rund um den Golf eine neue Ebene hinzu. Während frühere iranische Maßnahmen vor allem aus vorübergehenden Sperrungen und Militärübungen bestanden, zielt dieses Instrument auf einzelne Schiffe ab. Wer die Zone missachtet, riskiert die Aufnahme in eine iranische Sanktionsliste – mit all der damit verbundenen Unsicherheit für Reederei, Befrachter und Ladungseigentümer.
Wie die Zone genau abgegrenzt und durchgesetzt wird, geht aus den Berichten noch nicht hervor. Klar ist jedoch, dass der Iran die Maßnahme an eine politische Bedingung knüpft: die Einstellung der amerikanischen Angriffe. Damit wird die Durchfahrt durch den Hormuz-Kanal ausdrücklich zu einem Verhandlungspunkt.
Eskalation nach gescheitertem Waffenstillstand
Dieser Schritt folgt auf eine Reihe gegenseitiger militärischer Angriffe. Das US-Central Command meldete laut Business AM kürzlich, dass es drei iranische Öltanker getroffen habe, darunter einen in der Nähe des Exportknotenpunkts Kharg-Insel, als Reaktion auf Angriffe der iranischen Revolutionsgarde auf US-Kriegsschiffe. Im Juni scheiterte ein Waffenstillstand, woraufhin die diplomatischen Bemühungen ins Stocken gerieten.
Die Ölpreise sind aufgrund der Instabilität stark gestiegen. Innerhalb des Iran erkennen Amtsträger die Schwere der Lage an: Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf warnte, dass die USA bei neuen Angriffen mit aggressiveren Reaktionen rechnen müssten, während der Kampf gegen Inflation und Arbeitslosigkeit im eigenen Land Priorität erhalten habe.
Die Insel Kharg als Brennpunkt
Der Konflikt konzentriert sich stark auf die Insel Kharg, von der früher 90 Prozent der iranischen Rohölexporte stammten. Der iranische Ölminister Mohsen Paknejad erklärte laut Business AM, dass der Knotenpunkt in den vergangenen Monaten etwa 550 Angriffe überstanden habe, aber weiterhin betriebsbereit sei. Die USA halten unterdessen an ihrer Blockade fest; das Central Command berichtet, dass mehrere Handelsschiffe umgeleitet und außer Betrieb gesetzt wurden.
Ölströme auf zwei Dritteln des Vorkriegsniveaus
Trotz der Störungen beharrt der US-Energieminister Chris Wright darauf, dass die Marine die Situation unter Kontrolle habe. Die Ölströme durch die Meerenge und über alternative Pipelines belaufen sich seiner Aussage nach derzeit auf etwa zwei Drittel des Vorkriegsniveaus, insgesamt gut 9 Millionen Barrel pro Tag. Die gestiegenen Kraftstoffkosten üben unterdessen im Vorfeld der US-Wahlen im November politischen Druck auf die Trump-Regierung aus.
Auswirkungen für Importeure und Exporteure
Für Verlader lautet die wichtigste Erkenntnis, dass sich die Unruhen rund um den Hormuz-Kanal erneut auf die Seefrachtraten auswirken können. Bereits Anfang dieses Jahres führten ähnliche Eskalationen zu höheren Spotraten, teurerem Bunkerkraftstoff und steigenden Versicherungsprämien. Eine neue Sperrzone und ein rückläufiger Tankerverkehr erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Reedereien Risikozuschläge weiterberechnen. Wer in den kommenden Wochen Verschiffungen plant, tut gut daran, rechtzeitig Tarife anzufragen: Angebote können bei Marktturbulenzen eine kürzere Gültigkeitsdauer haben.
Überprüfen Sie außerdem den Versicherungsschutz der Transportversicherung für Sendungen, die Risikogebiete durchqueren, und rechnen Sie mit längeren Transitzeiten bei Umwegen oder zusätzlichem Umschlag. Für Sendungen, die keine Verzögerung vertragen, kann Eiltransport eine Alternative sein. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Auswirkungen die Situation auf Ihre Routen oder Verträge hat, lassen Sie sich individuell beraten. TOP verfolgt die Entwicklungen rund um den Golf von Hormuz aufmerksam.
die Insel Kharg vor dem Krieg 90 Prozent der iranischen Rohölexporte ausmachte? Nach Angaben des iranischen Ölministers hat der Knotenpunkt in den letzten Monaten etwa 550 Angriffe überstanden und ist nach wie vor betriebsbereit.
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