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Post by Aug 28, 2026, 10:23:09 AM · 3 min read

Leere Container per Bahn: Hamburg transportiert 20.000 TEU

Im Hamburger Hafen werden immer mehr leere Container per Bahn ins Hinterland transportiert. Hamburg Container and Chassis Repair (HCCR), eine Tochtergesellschaft des Hafenbetreibers HHLA, beförderte im Jahr 2025 rund 20.000 TEU auf der Schiene von ihrem Depot am Altenwerder Damm aus. Nach Angaben des Unternehmens setzt sich dieser Trend im Jahr 2026 fort, wodurch eine große Anzahl von Lkw-Fahrten im und um den Hafen vermieden wird.

Wie Transport Online auf Grundlage von Berichten von HCCR berichtet, nutzen Kunden der HHLA-Tochter zunehmend die Möglichkeit, große Mengen leerer Container im Depot zu sammeln. Von dort aus werden sie gebündelt mit Blockzügen ins Hinterland transportiert. TEU steht dabei für „Twenty-foot Equivalent Unit“, die Standardgröße eines 20-Fuß-Containers; 20.000 TEU entsprechen somit Tausenden von Zugladungen, die andernfalls größtenteils auf der Straße transportiert worden wären.

Sanierter Gleisanschluss als Grundlage für das Wachstum

Das Wachstum des Schienenverkehrs wurde durch die Wiederinbetriebnahme einer zuvor stillgelegten Gleisanbindung auf dem HCCR-Gelände ermöglicht. Die Gleise wurden 2015 wieder in Betrieb genommen und 2022 vollständig saniert. Seitdem steigt die Zahl der per Bahn abgefertigten Container stetig an.

Dass sich ein bestehender, ungenutzter Anschluss als Schlüssel erwies, verdeutlicht den allgemeinen Trend in europäischen Häfen. Kapazitäten für die Verkehrsverlagerung müssen nicht immer neu geschaffen werden; manchmal sind sie bereits vorhanden und müssen lediglich wieder genutzt werden. Diese Einschätzung steht zwar losgelöst von der Meldung selbst, passt aber zu dem Bild, dass Häfen den Hinterlandverkehr nachdrücklich von der Straße auf Schiene und Wasser verlagern wollen.

Blockzüge bis zu 720 Metern Länge mit 100 Containern

HCCR kann mittlerweile Blockzüge mit einer Länge von bis zu 720 Metern abfertigen. Pro Zug können 100 Container transportiert werden. Ein Blockzug fährt als eine Einheit vom Abfahrts- zum Endpunkt, ohne unterwegs aufgeteilt oder rangiert zu werden, was den Transport schneller und kostengünstiger macht.

Durch die Bündelung leerer Container im Depot können diese nach Angaben des Unternehmens kosteneffizient ins Hinterland transportiert werden. Gleichzeitig sind dadurch deutlich weniger Lkw-Fahrten im und um den Hamburger Hafen erforderlich. HCCR-Geschäftsführer Jens Gutsch erklärt, dass das Unternehmen damit den Straßenverkehr im Hafen und auf den deutschen Autobahnen entlastet, zur Reduzierung der Emissionen beiträgt und die Nachhaltigkeit der Verbindung zwischen Hamburg und dem Hinterland stärkt.

Vor allem nach Süddeutschland und Österreich

Der Schienentransport erfolgt im Auftrag von Reedereien, Spediteuren und Container-Leasing-Unternehmen. Die wichtigsten Zielorte sind Süddeutschland und Österreich, Regionen mit einer starken Exportindustrie, die weit von den Seehäfen entfernt liegen.

Bevor die Container auf den Zug verladen werden, werden sie bei HCCR geprüft und bei Bedarf repariert. Im Hinterland werden sie unter anderem von Unternehmen der Automobilindustrie und deren Zulieferern zum Beladen mit Exportgütern genutzt. Die beladenen Container werden anschließend wieder nach Hamburg transportiert, wo sie auf Seeschiffe verladen werden, die sie zu Zielen auf der ganzen Welt befördern. So schließt sich der Leercontainerstrom auf der Schiene direkt an die Exportkette an.

Weniger Lkw-Fahrten, breiteres Dienstleistungsangebot

Mit dem Ausbau des Schienenverkehrs will HCCR zur Verlagerung des Güterverkehrs auf umweltfreundlichere Verkehrsträger beitragen und gleichzeitig die Logistikkette des Hamburger Hafens effizienter gestalten. Das Unternehmen ist auf Dienstleistungen rund um Container spezialisiert: Es inspiziert, repariert und reinigt Container und befasst sich darüber hinaus unter anderem mit Tankcontainern und Straßentransporttanks. Außerdem ist HCCR einer der größeren Anbieter von Dienstleistungen für Kühlcontainer im Hamburger Hafen.

Auswirkungen für Importeure und Exporteure

Die Meldung aus Hamburg bestätigt einen allgemeinen Trend: Immer mehr kann auf der Schiene transportiert werden. Was mit der Beförderung beladener Container auf festen Korridoren begann, weitet sich nun auf die Rückführung leerer Container aus – ein Transportstrom, der traditionell fast ausschließlich über die Straße lief. Für Verlader bedeutet dies, dass der Schienenverkehr bei der Abfrage von Transportoptionen immer häufiger eine ernstzunehmende Alternative darstellt, auch für Strecken, auf denen dies vor einigen Jahren noch nicht selbstverständlich war. Wer die Möglichkeiten für eine bestimmte Route ausloten möchte, kann dies in einer Angebotsanfrage berücksichtigen.

Darüber hinaus wirkt sich die Verfügbarkeit leerer Container im Hinterland direkt auf Exporteure aus. Wenn leeres Equipment per Blockzug näher an die Produktionsstandorte gebracht wird, verbessert dies die Chancen auf eine rechtzeitige Verfügbarkeit der richtigen Container und verringert die Abhängigkeit von einzelnen Lkw-Fahrten vom Hafen aus. Ein reibungsloser Containerumschlag beginnt schließlich mit der Frage, ob überhaupt ein geeigneter, geprüfter Container bereitsteht.

Schließlich spielt auch das Argument der Nachhaltigkeit eine Rolle. Immer mehr Auftraggeber fordern von ihren Logistikpartnern eine nachweisbare Reduzierung der CO₂-Emissionen in der Lieferkette, und die Verlagerung vom Straßen- auf den Schienenverkehr ist dafür eine der konkretesten Maßnahmen. Importeure und Exporteure, die ihre Lieferketten zukunftssicher gestalten wollen, tun gut daran, intermodale Optionen systematisch in ihre Überlegungen einzubeziehen. Weitere Informationen zu den Möglichkeiten finden Sie auf der Seite über unsere Dienstleistungen.

Wusstest du, dass…

…ein Blockzug bei HCCR maximal 720 Meter lang sein darf und pro Fahrt 100 Container transportieren kann? Jeder voll beladene Zug ersetzt damit auf einen Schlag eine lange Reihe einzelner Lkw-Fahrten zwischen Hafen und Hinterland.

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