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Post by Apr 2, 2026 1:00:47 PM · 1 min read

Schiffe zahlen die Hormuz-Maut in Kryptowährung oder Yuan

Schiffe, denen die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz gestattet wird, müssen dafür Mautgebühren in auffälligen Währungen entrichten. Berichten zufolge wird die Zahlung in Stablecoins, einer Form von Kryptowährungen, oder in chinesischen Yuan verlangt. Damit erhalten die geopolitischen Spannungen in der Region eine finanzielle Dimension, die die internationale Schifffahrt direkt betrifft.

Die Mautgebühren für Schiffe werden je nach Ladung festgelegt. Bei Öltankern liegt der Satz bei etwa 1 $ pro Barrel. Für die größten Tanker, die bis zu 2 Millionen Barrel transportieren, bedeutet dies eine Gebühr von rund 2 Millionen Dollar pro Passage.

Schiffe erhalten Zugang durch den iranischen Korridor

Das Korps der iranischen Revolutionsgarden hat einen "sicheren Korridor" zwischen den Inseln Queshm und Larak eingerichtet. Schiffe können hier einen Antrag stellen und werden dann geprüft, bevor ihnen die Durchfahrt gestattet wird.

Die Erlaubnis ist nicht für alle gleich. Der Iran erstellt eine Rangliste der Länder, die auf den politischen Beziehungen basiert. Schiffe aus Ländern, die als "befreundet" gelten, haben eine bessere Chance auf Durchfahrt. Länder wie die Vereinigten Staaten und Israel sind ausdrücklich ausgeschlossen.

Dies bedeutet, dass Schiffe nicht nur mit logistischen und finanziellen Hindernissen konfrontiert sind, sondern auch mit geopolitischen Erwägungen. Die Nationalität des Schiffes oder seine Flagge können ausschlaggebend sein.

Wussten Sie das schon?

Die Straße von Hormuz ist eine der wichtigsten Durchgangsstraßen für den Öl- und Containertransport, so dass sich jede Beschränkung unmittelbar auf den Welthandel auswirkt.

Schiffe flaggen um und suchen nach kreativen Lösungen

Die neuen Vorschriften führen zu kreativen Lösungen in der Branche. So wurde beispielsweise Pakistan Berichten zufolge die Durchfahrt von 20 Schiffen gestattet, obwohl das Land selbst kaum Schiffe in der Region hatte. Über Makler suchte es nach Schiffen, die vorübergehend unter pakistanischer Flagge fahren konnten.

Auch Länder wie China und Indien scheinen für die Durchfahrt in Frage zu kommen. Zwei großen Containerschiffen von Cosco gelang es bereits, den Persischen Golf zu verlassen. Inzwischen soll die Türkei in Verhandlungen über die Durchfahrt von 11 Schiffen stehen.

Diese Entwicklungen zeigen, wie flexibel - und manchmal auch opportunistisch - die Branche auf neue Beschränkungen reagiert. Gleichzeitig wirft dies Fragen nach der rechtlichen Zulässigkeit solcher Konstruktionen auf.

Nach Ansicht von Experten ist ungewiss, ob diese Befrachtung und Auswahl von Schiffen im Einklang mit internationalen Vorschriften steht. Insbesondere angesichts der bestehenden Sanktionen gegen den Iran könnte dies zu rechtlichen Komplikationen für Reedereien und Verlader führen.

Für die Logistikbranche bedeutet dies, dass die Risiken steigen und die Auswahlmöglichkeiten komplexer werden. Lesen Sie mehr über internationale Transportströme und Risiken auf der Seite Seefracht.

Die Situation um die Straße von Hormuz zeigt, dass Schiffe nicht nur von physischen Routen, sondern auch von politischen und finanziellen Systemen abhängig sind. Solange die Spannungen andauern, bleibt der Transit unsicher und der Preis hoch.