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Post by Aug 4, 2026, 10:45:36 AM · 3 min read

Hafenstreik in Rotterdam: FNV Havens streikt am 4. September

Die Gewerkschaft FNV Havens hat Freitag, den 4. September, als Streiktag für einen großen Hafenstreik in Rotterdam festgelegt. Nach Angaben der Gewerkschaft werden an diesem Tag zwischen 11:15 und 19:00 Uhr in einem großen Teil des Rotterdamer Hafens keine Schiffe abgefertigt.

Neben Rotterdam beteiligen sich laut Gewerkschaft auch Mitglieder in den Häfen von Amsterdam, Vlissingen und Terneuzen, wenngleich die Mitgliederbasis dort kleiner ist. Für Importeure und Exporteure bedeutet der Hafenstreik, dass das Be- und Entladen, das Festmachen, das Schleppen und die Kontrolle von Ladungen erhebliche Verzögerungen nach sich ziehen können.

Hafenstreik am Freitag, dem 4. September, zwischen 11:15 und 19:00 Uhr

Die Gewerkschaft gab den Streiktag am Montag bekannt. Bereits Anfang des Jahres hatte die FNV Havens mit einem Streik im September gedroht, doch damals war der genaue Tag noch nicht bekannt. Nun steht er fest: Freitag, der 4. September.

Zwischen 11:15 und 19:00 Uhr werden laut Gewerkschaft keine Schiffe von den Mitgliedern im Hafen abgefertigt. „Das bedeutet, dass das Be- und Entladen, das Festmachen, das Schleppen und die Kontrolle der Ladungen zu erheblichen Verzögerungen führen können“, so ein Sprecher von FNV Havens.

Obwohl der Hafenstreik formal weniger als acht Stunden dauert, wirken sich Verzögerungen in der Containerschifffahrt oft tagelang aus. Schiffe warten auf einen Liegeplatz, Terminals geraten in Rückstand und die Planung des Hinterlandtransports verschiebt sich. Mehr über die Abfertigung von Seefracht finden Sie auf der Seite Seefracht.

Große Terminals und Stauereiunternehmen beteiligen sich am Streik

FNV Havens hat unter anderem Mitglieder bei den Rotterdamer Terminalbetreibern ECT und APMTII sowie bei den Stauereiunternehmen ILS und Matrans. Gerade diese Unternehmen spielen eine Schlüsselrolle bei der Containerabfertigung im Rotterdamer Hafen.

Wie groß die Auswirkungen einer solchen Aktion sein können, zeigte sich im vergangenen Jahr. Während des Streiks der Lascher lag damals ein großer Teil des Rotterdamer Hafens lahm. Lascher sichern Container an Bord von Schiffen; ohne ihre Arbeit können Seeschiffe nicht sicher auslaufen.

Für Unternehmen mit laufenden Sendungen ist es daher ratsam, bereits jetzt mit verschobenen Annahmeschlusszeiten und einer verspäteten Freigabe von Containern zu rechnen. Lesen Sie auch mehr über den Containerumschlag.

Auch Aktionen in Amsterdam, Vlissingen und Terneuzen

Der Hafenstreik beschränkt sich nicht auf Rotterdam. In Amsterdam, Vlissingen und Terneuzen ist die Mitgliederbasis der Gewerkschaft FNV Havens zwar kleiner, doch auch dort legen die Mitglieder am 4. September die Arbeit nieder.

In Amsterdam hat die Gewerkschaft unter anderem Mitglieder beim HES Bulk Terminal Amsterdam und beim Schleppunternehmen Svitzer. In Zeeland sind unter anderem das Tankterminal von Vopak in Vlissingen sowie die Verbrugge Terminals in Vlissingen und Terneuzen betroffen.

Damit betrifft die Aktion nicht nur Container, sondern auch Massengut, Tanklagerung und Stückgut. Unternehmen, die über mehrere niederländische Häfen tätig sind, tun gut daran, ihre gesamte Planung für diese Woche zu überprüfen.

Warum streikt FNV Havens?

Der Hafenstreik ist politisch motiviert. FNV Havens fordert, dass die Regierung die Kürzungen bei der Sozialversicherung zurücknimmt. Mehrere Zweige der FNV haben aus diesem Grund bereits Arbeitskampfmaßnahmen angekündigt.

So werden FNV Streekvervoer und FNV Stadsvervoer sowie FNV Spoor, darunter Mitarbeiter von DB Cargo, nach eigenen Angaben am 9. September die Arbeit niederlegen. Damit drohen Anfang September an mehreren Stellen der Logistikkette gleichzeitig Beeinträchtigungen.

Vor allem die Kombination aus einem Hafenstreik am 4. September und einem Bahnstreik am 9. September ist für Verlader von Bedeutung. Container, die durch die erste Aktion verzögert wurden, könnten anschließend erneut durch Beeinträchtigungen im Hinterlandtransport per Bahn betroffen sein.

Auswirkungen des Hafenstreiks auf Importeure und Exporteure

Für Importeure und Exporteure bedeutet der Hafenstreik vor allem Unsicherheit hinsichtlich der Ankunfts- und Abfahrtszeiten. Schiffe, die um den 4. September herum Rotterdam anlaufen, können später anlegen oder abfahren, wodurch Anschlüsse an den Straßenverkehr, die Binnenschifffahrt und die Bahn unter Druck geraten.

Auch Demurrage und Detention verdienen Beachtung. Wenn Container länger auf dem Terminal stehen bleiben oder später abgeholt werden, können zusätzliche Kosten entstehen. Klare Vereinbarungen über freie Tage und eine rechtzeitige Kommunikation mit der Reederei und dem Spediteur begrenzen dieses Risiko.

Unternehmen mit zeitkritischen Sendungen können in Erwägung ziehen, den Versand vorzuziehen, eine alternative Route zu wählen oder vorübergehend auf Luftfracht auszuweichen. Lesen Sie auch mehr über Importe und Eilsendungen.

So bereiten Sie sich auf den Streiktag vor

Eine gute Vorbereitung beginnt mit einem klaren Überblick. Ermitteln Sie, welche Sendungen um den 4. September herum die Häfen von Rotterdam, Amsterdam, Vlissingen oder Terneuzen passieren und welche davon zeitkritisch sind. Besprechen Sie anschließend mit Ihrem Spediteur, welche Alternativen es gibt.

Denken Sie dabei an die Vorverlegung von Cut-offs, die frühere Anlieferung von Exportcontainern und die Einplanung zusätzlicher Zeitpuffer im Hinterlandtransport. Prüfen Sie auch, ob Vereinbarungen zu Incoterms klarstellen, wer das Risiko einer Verzögerung trägt. Mehr dazu finden Sie auf der Seite Incoterms.

Aktuelle und zuverlässige Informationen sind während eines Hafenstreiks Gold wert. Immer mehr Logistikdienstleister setzen daher digitale Tools und KI ein, um Kunden in Echtzeit über Verzögerungen und Alternativen zu informieren. Wer selbst mit intelligenten digitalen Lösungen, KI und Online-Transparenz arbeiten möchte, ist bei HEF Digital an der richtigen Adresse.

TOP verfolgt den Hafenstreik aufmerksam

TOP verfolgt die Entwicklungen rund um den Hafenstreik der FNV Havens genau. Sobald mehr über die genauen Auswirkungen auf Terminals, Cut-off-Zeiten und Fahrpläne bekannt wird, informieren wir unsere Kunden umgehend.

Haben Sie Sendungen, die um den 4. September herum über die niederländischen Häfen laufen? Dann setzen Sie sich bitte rechtzeitig mit uns in Verbindung, damit wir gemeinsam die beste Lösung hinsichtlich Kosten, Zuverlässigkeit und Transitzeit finden können. Lesen Sie auch mehr über die Tarifanfrage und Seefrachtraten.

Wussten Sie schon, dass…

…ein Hafenstreik von weniger als acht Stunden tagelang Auswirkungen auf die Logistikkette haben kann? Schiffe warten auf einen Liegeplatz, Terminals geraten in Rückstand und der Hinterlandtransport per Lkw, Bahn und Binnenschiff verschiebt sich entsprechend. Ein Streiktag bedeutet daher oft eine Woche zusätzliche Planungsarbeit.

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